Der Terminkalender wurde nun aktualisiert.

Big Lift / Unterfahrunfall: zwei neue ganztägige Termine am Ausbildungsstandort Haar / München, und zwar am 19.03. und 15.4. Infos zu diesem Kurs hier. Teilnahmegebühr ist €200.- pro Teilnehmer und €100.- für jeden weiteren aus der gleichen Wehr. „Sammelbestellungen“ über Landkreis usw. auch gerne möglich. Anmeldung über das Formular auf der Infoseite.

Anhand der Erfahrungen aus dem letzten Jahr ist das LiftCamp nun eine mehr oder weniger „offizielle“, dreistündige Ausbildung an Hebekissen – hier werden Grundlagen gelegt, alle möglichen Dinge ausprobiert, die man insbesondere mit dem eigenen Gerät vielleicht nicht so gerne machen würde, und teilweise über die Grenzen hinausgegangen, um zu sehen wie sich Lasten verhalten. Infos hier. Bis zu diesem Termin sollte planmässig auch ein Seecontainer zur Verfügung stehen. Die Kursgebühr beträgt €20.- pro Teilnehmer. Anmeldung hier.

In Neuwied / Koblenz stehen dieses Jahr vier Big Lifts an, Veranstalter ist Schmitt Feuerwehrtechnik.

(Description below in English) Kommt es zu einem Unterfahrunfall bei dem wir tätig werden müssen, arbeiten wir – wie bei fast allen Einsätzen – gegen die Zeit. Kritisch ist die Auswahl des richtigen Geräts. Hier kommen drei Faktoren zum tragen:

Die Hubkraft muss stimmen. Knackpunkt sind oft die 10 Tonnen, das ist das Limit der klassischen hydraulischen Geräte wie Rettungszylinder oder Büffelwinde. Muss ich weniger als 10 Tonnen heben, sind diese Geräte eine Option. Sind es mehr, so bleiben eigentlich nur noch Hochdruck-Kissen übrig. Aus diesem Grund gehört das Einschätzen des Gewichts ganz klar zur Erkundung. Die Last auf der gesamten Dreifachachse eines Sattelzugaufliegers kann zwischen 5 Tonnen und 21 Tonnen liegen, je nach Beladung. Dann müssen wir noch den Winkel in Betracht ziehen, der Auflieger ist nicht komplett auf dem PKW, sondern eigentlich nur mit der linken Hälfte. Ergo lasten in diesem Beispiel auf dem PKW zwischen 2 und 8 Tonnen, ein hydraulisches Gerät kann also grundsätzlich in Betracht gezogen werden – insofern im Bereich der Achse angesetzt wird.

Der Ansatzpunkt für das Hebegerät ist schon eher tricky. Wo setzt man an, und ist das Gerät dafür ausreichend dimensioniert? Ein hydraulisches Gerät an einer Achse ansetzen ist ein no-go. Gerade mit Luftfederung muss man richtig weit nach oben drücken, um überhaupt etwas zu erreichen, und ohne „abhauen“ wird’s schwer möglich sein. Es bleibt eigentlich nur der Rahmen. Nachteil der Hydraulik: man muss am Gerät bedienen, ist bei einem Hebevorgang unter Umständen unter der Last. Was auch zu beachten ist: wählt man einen Ansatzpunkt vor dem PKW, steigt die erforderliche Kraft sehr schnell an, so dass die 10 Tonnen Hubkraft unter Umständen nicht mehr ausreichen.

Und schließlich: wie und wo unterbaue ich? Auch hier ist es nicht so einfach, einen Ansatzpunkt zu finden, also Platz um beispielsweise einen Kreuzholzstapel zu bauen, der auch noch stabil bleiben soll. Wir erinnern uns: maximal 1 Meter! Hier sieht man auch, warum es eminent wichtig ist, ausreichend Rüstholz mitzuführen.

Empfehlung: seht Euch die Bilder genauer an, und besprecht das bei Euch – wie würdet ihr in diesem Fall mit dem Euch zur Verfügung stehendem Gerät vorgehen?

Diese Bilder verwende ich mit freundlicher Genehmigung der Feuerwehr Weinsberg in der Ausbildung, weil man gerade diese Problematik sehr schön illustrieren kann. Teilnehmer tendieren oft zu verallgemeinern, typische Aussagen sind: „dann hebe ich den LKW an“ – OK, aber ich will’s schon ganz genau wissen: eben wo und womit und wieviel.

Zum Unfall selbst: Hier geht’s zum Einsatzbericht der Feuerwehr Weinsberg. Der LKW war unvermittelt aus der Spur gefahren und dem Ford einfach drüber – der Fahrer kam mit „mittelschweren Verletzungen“ davon – Glück gehabt.

Dies ist übrigens der „Standardeinsatz Big Lift“. Vorgabe in der Ausbildung: Anheben des LKW um ca. 40cm, mit Ausrüstung die im HLF mitgeführt werden könnte, mit einer Gruppe, innerhalb von 15-20 Minuten.

This example illustrates the problems encountered in the case of an underride, in which the Fire Services must perform a Big Lift to extricate the driver of the car. Focussing on the lift itself, we have three issues to consider: first, which tool are we going to use for the lift? We need to know how much weight we want to lift, as this will also determine which tool is suitable. Hydraulics unsually allow us a lift of 10 tons, beyond this we will have to consider high pressure airbags.

Second, where do we place the lifting mechanism? Rams have a smaller footprint than airbags, but we can’t use them at the axles as these travel and are inherently unstable, so we are left with the frame of the trailer. If we set our ram in front of the car, then the weight to be lifted will increase dramatically.

Third, where do we use stabilisation, usually in the form of cribbing? If we are to build a crib stack, we need to understand where to place it, how much place it will take and the big question is: do we have enough cribbing material with us?

Horizonterweiterung im weitesten Sinne: ist dieser bei Tiefbau und Einsturz naturgemäß etwas eingeschränkt, kann man bei der Höhenrettung doch etwas mehr Weitblick haben.

Ich hatte das Vergnügen, drei volle Tage bei einer „Einführung“ mit dabei sein zu dürfen – hauptsächlich aus beruflichen Gründen, denn beispielsweise bei Ein- oder Zweibein werden gern Seilzugsysteme verwendet.

Abgesehen davon, dass keine Achterbahn der Welt das Gefühl beim Übersteigen im 7.OG nachstellen kann, geht es auch vor Allem um Mitdenken und Kreativität wenn es um besagte Seilzugsysteme geht. Dies war nun wirklich Bewusstseinserweiternd. Dann geht es natürlich auch um Vertrauen in das selbst oder von den Kameraden gebaute, und gemeinsam geprüfte System.

Kurzum, das war so richtig gut, und auch vielen Dank an das Ausbilderteam, und Gruß an die anderen Teilnehmer – war wiklich eine Freude, und man weiss ja nie, ob und wie man wieder zusammenkommt. Euch auf jeden Fall eine gute und sichere Zeit im Höhenretter-Job!

Oben im Bild sieht man übrigens einen Hauch dieser erforderlichen Kreativität: Abseilen vom Balkon ohne die Kupfer-Regenrinne zu beschädigen: Plastikkoffer als Absctandhalter. Hat wunderbar funktioniert. In dieser Übung: Abseilen einmal passiv einmal aktiv (Fahrleine passiv, Retter steuert): Aufnahme des zu Rettenden ein Stockwerk tiefer, fahren bis ganz unten. Aufnahme aus dem 6.OG.

Schöner Samstag! Einen ganzen Tag in der Sandgrube in Osnabrück mit der Feuerwehr, dem THW sowie @fire. Hier geht’s zur Bilderstrecke. Ziel der Übung: einerseits zu üben, andererseits die Erstellung von Bildermaterial für Ausbildungsfolien.

Dabei gleich zwei Trenches abgearbeitet, die es in sich hatten: einmal das US / UK-System mit Finnforms (bzw Shorforms) und einmal das hier gelehrte System mit Rahmen und Bohlen. Bei beiden Systemen kamen Druckluftstützen (einmal Paratech, einmal Holmatro) zum Einsatz. Da ich ja für Paratech arbeite, enthalte ich mir einer direkten Gegenüberstellung. Tatsache ist auf jeden Fall, dass in jeder Version mit solchen Stützen gearbeitet werden sollte, um erstmal von ausserhalb eine Sicherung hinzubekommen. Mit klassischen Kanalstreben oder sonstigen Stützen ist das nicht darstellbar.

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Nun ist er um, der Big Lift. Perfektes Wetter, perfektes Team. Teils mit 300km Anreise, teils ein Großteil der Führungsriege des südwestlichen Landkreisnachbarn. Diesmal mit „offset“-Unterfahrunfall, das Auto also halb drunter.  Hier ist der Link zur Bilderstrecke.

Vorgabe: anheben zur Befreiung des PKW, das sind ca 30-50cm (je nach Seite) in 20 Minuten, mit Ausrüstung die auf einem HLF Platz finden würde, mit einer Gruppe in 20 Minuten. Hat wunderbar geklappt. Hier die Ausgangslage:

Wie man sieht, kippt das Ding nach rechts. Gewähltes Mittel: Hochdruck-Hebekissen mit Kreuzverbau. Stabilisierung über Stützen. Zunächst anheben und Anhänger ausrichten:

..und anschliessend weiterheben, bis genug Luft vorhanden ist. Seitliche Sicherung diesmal übrigens über Erdanker / Erdnägel und Spanngurt.

Danke nochmal an die Teilnehmer. War astrein!

Hochdruck-Hebekissen: Grundlagen from Irakli West on Vimeo.

Hier das erste Heavy Rescue-Video, Grundlagen Hochdruck-Hebekissen mit praktischen Beispielen. Leider ist der Ton nicht so dolle, beim nächsten Mal wird’s besser, dafür ist das Video in HD :)

Das nächste geplante Video ist das Sichern, Anheben, Abstützen und „Frangen“ des Anhängers. Viel Spaß beim Schauen!