Aus der Abteilung „Passiert bei uns nie“: in Geisenheim wurden zwei Bauarbeiter in einer drei Meter tiefen Grube verschüttet: Infos der Feuerwehr Geisenheim (leider recht wenig Infos über den Einsatzablauf). Danke an Julian für den Link

Tiefbauunfall in LA: ein Arbeiter war in einem 8x8x11 (2,50×2,50 und 3,3 Meter) tiefen, ungesicherten Loch beschäftigt, als er von einem Einsturz begraben wurde. Laut diesem Inverview von besonderem Interesse: bis zu 3 TF-Teams vor Ort, und zur Ortung musste seitlich gegraben werden. Der Arbeiter überlebte den Unfall nicht.

Im Interview auch die Frage nach dem Gewicht von 5 Fuss Erdreich. Bei einer Kantenlänge von 2,50 und einer Tiefe von 1,5m haben wir etwas über 9 Kubikmeter, bei einer Dichte von 2,5 sind das also mehr als 23 Tonnen (!). In der Tat nicht zu überleben. (LAFD)

Kein Einfacher Einsatz für die Berliner Feuerehr: Bagger in Baugrube. Im Englischen spricht man eher nicht von einer trench, sondern von einer excavation, da Breite > Tiefe, wenn auch dieses >1,20m. Das ist allerdings nur ein kleines Detail.

Abgesehen von der Schwierigkeit, die Personen mit Kissen und Kran zu bergen / retten, ein interessantes Detail, wichtig bei der Erkundung: Der Bagger hat scheinbar mindestens eine, eher zwei oder gar mehr Abstützungen mitgenommen, und nun hat man potenziell instabiles und ungesichertes Erdreich. Dass der Verbau etwas nachgibt, ist in diesem Bild gut zu sehen, es besteht die Gefahr von Nachrutschen und einer ernsthaften Einklemmung des Rettungspersonals.

Ich denke jedoch, in diesem Fall ist das Einsetzen von Personal im Gefahrenbereich zumindest für die Rettung vertretbar. Für die Phase der Bergung kann man sich schon überlegen, ob man nicht zuerst sichert.

In Graz (Österreich) wurde ein Arbeiter in einer ungesicherten Grube (Deep Trench, 4 Meter Tiefe) bis zur Hüfte von Lehm begraben. Mit viel Glück überlebte er das Unglück – der Kollege von der Höhenrettung Graz imho auch. Immerhin wurde gesichert, aber Erdreich bewegt sich auch lateral und vertikal, und ein Brett ist einfach nicht ausreichend. Aber: wie in vielen Fällen verlief die Rettung glimpflich. Links: BF Graz, Fireworld AT)

Nicht ganz so viel Glück hatte ein anderer Arbeiter, aber über diesen Unfall ist keine Information verfügbar.

Danke an Christian und Georg für die Links!

Beim Stöbern durch alte Bilder und Videos gefunden: Erste Eindrücke vom Trench auf der FDIC in Indy. Wenn ich damals (2008) gewusst hätte, dass mein heutiger Arbeitgeber dir Stützen herstellt, was hätte ich mir gedacht?

Das San Francisco Fire Department wurde zu einem Tiefbauunfall gerufen. Infos und Videos sind hier. Den Informationen nach wurde an einer nicht genehmigten oder begutachteten Baustelle Ausgrabungsarbeiten unternommen, in dessen Verlauf es zu einem Einsturz kam. Bedingt durch den sandigen Boden, der immer wieder nachlief, gestaltete sich die Rettung sehr schwierig und dauerte insgesamt vier Stunden.

Zum Verbau ist wenig zu sagen, da wenig zu sehen. Gut zu sehen jedoch, dass Gruben nie „perfekt“ sind, die Wände sind also nicht parallel und stellen hohe Anforderungen an die Rettungsmannschaften. Die Tiefe betrug dem Sprecher nach 12 Fuss, also knapp 4 Meter – hier spricht man bereits von einer Deep Trench.

Auf jeden Fall aber ist von Paratech ein Trench Cushion – das ist das gelbe Niederdruck-Kissen für Tiefbauunfälle – zu sehen, der hinter einem StrongBack den Hohlraum ausfüllt und ein gutes Stück nach oben rausguckt.

Für den Patienten ging die Sache wohl glimpflich aus. Danke an Christian für den Link!


Wenn’s darum geht, die Hohlräume zwischen FinnForm-Paneele und Erdreich auszufüllen, sind ND-Kissen erstes Mittel der Wahl, lange besser als Erdreich oder Unterbauholz. Kleines Problem: das Kissen zieht sich auseinander und ist schwer, anzubringen – um so mehr, je knapper der Raum bemessen ist.

Lösung: Kissen mit Gaffer Tape „fixieren“, ablassen und Luft rein. Gaffer reisst. Elegant!