Murrah_Building_-_Aerial

Am 19. April 1994 parkte Timothy McVeigh einen mit mehreren Tonnen Sprengstoff beladenen Lastwagen vor dem Alfred P. Murrah Federal Building in Oklahoma City. Kurze Zeit später erfolgte die Detonation. In der Folge wurde das Gebäude größtenteils zerstört, 168 Menschen fanden den Tod.

Darauf folgte eine riesige Rettungsaktion, mit tausenden von Helfern inklusive 11 USAR Teams. Bereits eine Stunde nach dem Attentat wurden 50 Menschen lebend aus den Trümmern bzw. dem Gebäude gerettet. Die letzte Lebendrettung erfolgte am gleichen Abend, knapp 10 Stunden nach dem Ereignis.

Wen das interessiert: Wikipedia ist ein guter Startpunkt.

Wie üblich, ziehe ich für unsere Zwecke ein Paar interessante bzw. besonders relevante Aspekte heraus.

Das Szenario

Hat es bei uns in ähnlicher Größenordnung, allerdings mit weit weniger Opfern gegeben: der Einsturz des Stadtarchivs in Köln, übrigens auch schon fast 6 Jahre her.

In diesem Zusammenhang der Hinweis auf die fünf Phasen der Bergung. Sie sind universell gültig und sollten der Feuerwehr bekannt sein – denn sie ist normalerweise ersteintreffend und hat die Einsatzleitung. Ganz unabhängig der Lage. Die vfdb Richtliche 03/01 „Hinweise für Maßnahmen der Feuerwehr und anderer Hilfskräfte nach Gebäudeeinstürzen“ gehört nicht nur besorgt und irgendwo eingeheftet, sondern auch „gelebt“.

Der Hintergrund

Ob Erdbeben, einfacher Einsturz aufgrund Statikproblemen oder Anschlag: der „Hintergrund“ spielt eine sehr große Rolle, die auch bewusst sein muss. Ein beschädigtes Gebäude ist unabhängig der Schadensursache instabil. Bei Erdbeben – für uns eher ein Auslandsthema – können jederzeit Nachbeben auftreten.

Bei einem Anschlag muss man mit weiteren (platt bzw. vereinfacht ausgedrückt) Sprengsätzen rechnen. Im Fall Oklahoma sind zwei Situationen auffällig:

  • Laufend Falschmeldungen über weitere Sprengsätze
  • Fund einer „scharfen“ Bombe

Die „scharfe“ Bombe war eine TOW-Abwehrrakete, die hier zu Schulungszwecken vorgehalten wurde. Ein laufende Unterbrechung der Rettungsarbeiten ist somit nicht zu vermeiden.

Die Arbeit der Erst-Rettungskräfte

Hier sprechen wir vom „Fußvolk“, also Feuerwehrkräfte, aber auch Rettungsdienst usw., die aus dem Alltag heraus in eine solche Lage geraten.

Vermutlich werden die wenigsten wissen, wie man hier überhaupt arbeitet: wie wird die Einsatzstelle aufgebaut? Wie verhält man sich in oder außerhalb der Trümmer? Worauf ist zur Eigensicherheit zu achten? Wie läuft die Überwachung der Einsatzkräfte? Wie lautet das Evakuierungssignal?

Da Parallelen zu „kleinen“ Lagen a la Tiefbauunfall, beschädigtes Gebäude usw. bestehen, ließen sich diese Basics in einem einfachen, sich wiederholendem Unterricht in der Fläche vermitteln. Das setzt allerdings voraus, dass sich die Organisation entsprechend mit so einem Fall beschäftigt.

Der „Standard“

Ich hatte das Privileg, (sehr periphär) die Planungen einer europäischen Großstadt zu begleiten, die genau dieses Ereignis als „Standard“ benutzte. Analog eines Standardeinsatzes lässt sich somit auf allen Niveaus – strategisch bis taktisch – das System beschreiben, welches hier benötigt wird: Ausbildung – Gerät – Taktik bzw. „Reponse“.

Und gerade hier wurde klar, was eigentlich das besagte „Fußvolk“ wissen muss. Es ist nicht viel, erhöht aber die Qualität der Arbeit enorm.

The Oklahoma City Bombing took place today 20 years ago. A truck loaded with explosives was detonated outside the Alfred P. Murrah building, killing 168 people and injuring scores more.

It is an archetype USAR scenario of large magnitude. Three aspects are particularly interesting:

  • Does the system have a standardised way to deal with his event?
  • Following a „normal“ collapse, rescuers only have to worry about a secondary collapse due to damage. In earthquakes, further shaking can occur. In terrorist attacks, there might be further devices – and in Oklahoma, plenty of false alarms as well as the discovery of a missile marked „live“ complicated matters further
  • Do first line rescuers, unlike specialists, know how to work? How the worksite is set up? Basic information can be provided, but this would require „the system“ to deal with these potential scenarios beforehand

(Bild: Wikipedia)

1 comments

  1. Nur so als Tipp:
    Beim THW gehören die 5 Phasen der Bergung und der Einsatz solchen Lagen bundesweit zu den Grundlagen. Da bietet es sich auch für so manche Feuerwehr an mal gemeinsam zu üben ;)

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