Und hier die Auflösung des Rätsels. Oben sehen wir eine Lage, bei der ein solches Stück zum Einsatz kommen kann: Havarie bzw. Damage Control. In diesen Lagen gilt es, besonders kreativ zu sein, und eben hier lohnt es sich, etwas mitzuführen, das die Reibung erhöht, wenn man Dinge schon nicht festnageln kann! Im Bild unten eine etwas größere Version im Einsatz zu sehen.

Einsatzmöglichkeiten übrigens nicht nur in der Schifffahrt, sondern auch in der Industrie uvm.

Danke an die Einsender, und Max, Cajonplayer und Yannick schickt mir Eure Adresse zu iw (at) fwnetz (punkt) de und Größe zu und isch schicke Euch wahlweise ein T-Shirt oder Skull Cap.

Step Aerobic fand ich lustig :D

Ein Großteil der Paratech-Ausrüstung hat sich quasi aus dem Alltagsbetrieb bzw. aus den Bedürfnissen von Rettungsorganisationen, aber auch Militär, Polizei und ab und an auch Industrie ergeben (und nicht umgekehrt, übrigens). Doch zu 100% kann man es nicht abdecken, und so ist Erfindertum angesagt. Frisch angekommen sind die zwei Teile oben. Es handelt sich um abgesägte Raker Rails, mit aufgeklebtem Gummiprofil.

Das Ganze wird in einem ganz bestimmten Schadenszenario benötigt bzw. erlaubt recht kreative Möglichkeiten, Herr einer Lage zu werden. Nun die große Frage: welches Szenario oder welche Szenarien erfordert den Einsatz eines solchen Dings?

Damit auch ein wenig Feedback kommt: die drei besten oder kreativsten Antworten (Jury: ich) bekommen wahlweise einen Paratech Skullcap oder T-shirt. Eure Vorschläge, Fantasien und sonstiges bis Sonntag, 26.12. hier oder auf Facebook. Viel Erfolg!

Paratech-Stützen (01) Einführung from Irakli West on Vimeo.

Oft werde ich nach den Paratech-Stützen gefragt. Ohne Veranschaulichung ist eine Erklärung nicht ganz einfach – deshalb habe ich eine Reihe von Videos geplant, um die Stützen und ihren Einsatz zu verdeutlichen.

Dies ist der erste Teil, der primär dazu dient, einen ersten Eindruck zu bekommen, sowie grundlegende Informationen zu vermitteln. Bei Rückfragen einfach jederzeit gerne über das Kontaktformular oder die Kommentarfunktion.

Bei Vimeo direkt kann das Video auch heruntergeladen werden. Wem’s eher schmeckt, es gibt auch das gleiche Video in geringerer Auflösung auf YouTube. Viel Spaß beim schauen!

Der Unterschied ist ein kleines Dreick aus Metall. Das TVS ist als „2 Punkt“ bzw.  „3 Punkt“-Gerät ausgelegt. Bedeutet, die Stütze ist an zwei Punkten, und zwar am Kopf und am Spanngurt, am Fahrzeug befestigt.

Besser ist jedoch eine Pyramide, und die lässt sich mit einem einfachen Dreieck erstellen: der Spanngurt wird an ein Fahrzeugende (hier am Heck) gezogen, und mit einem Spanngurt zusätzlich macht man eine Pyramide (3- bzw 4-Punkt) – ist bombenstabil und funktioniert erstaunlich gut.

Um der ganzen Kettensache noch eines drauf zu setzen: Einspannen einer Kette ist nicht gleich Einspannen einer Kette – auch hier sind die unterschiedlichsten Varianten möglich. Im Prinzip geht es darum, dass die Multi-Base (Paratech Multibase) auch als Kettenkopf dienen kann. Hier ist zu beachten, dass der Kopf die Last nicht direkt von oben aufnimmt, sondern eher von der Seite. Das kann ein bisschen tricky sein.

Denn wenn der Kopf selbst nicht gegen das Objekt gedrückt wird, wie im Bild oben, passiert Folgendes:

Wie man sieht, drückt nicht der Kopf dagegen, sondern die Kette übt einen lateralen Zug nach unten aus. Nicht ideal, aber hier noch locker innerhalb der Parameter.

Zu guter letzt noch ein schönes Detail: Stahlstift durch den Kopf schieben verhindert ein Verziehen bzw. Durchdrehen.

Hier ein Video wo das neue Paratech TVS zu sehen ist. Von der Anwendung her supersimpel. Auch ansonsten zeigt das Video eine schöne Alternative, nämlich das Arbeiten mit der Säbelsäge.

Was mir hier nicht ganz gefällt, ist das Glassägen. Ein Kombi in dieser Lage ist alleine mit Holz ausreichend stabilisiert, es kann ein zugang über Heck gelegt werden. Wenn der Patient mit einer Platikplane bzw. Patientenschutz zugedeckt ist, kann man auch mit den Arbeiten am Glas loslegen imho.

Eine Filtermaske sollte bei einer Feuerwehr mit Rettungssatz auf jeden Fall mitgeführt werden.

Niemand erzählte mir, mein Job ginge primär um Logistik, alles andere inkl. Rescue wäre zweitrangig. Wie auch immer, und weil es nicht anders ging: Kollege fliegt in München ein und zieht das mächtigste USAR-Gespann in Deutschland Richtung DK. Irgendwie hatte ich mich an mein „Pumpkin“ – so der Name des Bullys – gewöhnt, und irgendwie war ich ein wenig traurig. Vorteil: ich muss das Ding nicht selber hochziehen. Ende September ist Großübung in DK, ich fliege aus Oslo ein…habe ich das mit der Logistik erwähnt?

Der Tag wäre auch rum, und ich bin fix und fertig. Morgens ein PKW für die THL-Übung in der Wehr geholt, aber der eigentlich anstrengende Teil: Die Big Lift Lage für den Montag vorbereiten.

Ich hatte mir zwei Vorgaben gesetzt: den Unterfahrunfall als Offset-Crash darzustellen, der zumindest den Einsatzberichten nach eher realistisch ist und zweitens die Lage komplett mit dem im Pumpkin (der Paratech-Bully) verfügbaren Gerät vorbereiten. Das heisst: kein Radlader oder Kran, kein Greifzug.

Das Hochheben des Anhängers war der einfachere Teil, auch wenn man alleine arbeitet: die Stützen haben eine so genannte „Bypass Valve“ die einen ständigen Druck ausübt, und der eigentliche Hebevorgang wurde mit Hebekissen und Hydraulikheber durchgeführt.

Hier sieht man die Anfangslage. Der ach, so geschundene PKW ist hinten links. Der erste Hebevorgang ist mit einem Hochdruck-Kissen an der Hinterachse geschehen. Ziel ist das Anheben der Hinterachse, um die Niederdruck-Kissen anzubringen.

Hier noch mit zwei Kissen übereinander gehoben. Ursprünglich wollte ich nur an der Hinterachse anheben, musste jedoch feststellen, dass es den Anhänger zu sehr wegdrückt, deshalb zwei Hebepunkte: einmal Hinterachse, einmal Vorderachse.

Der Vorteil, wenn man jenseits von Feuerwehrausbildung experimentiert: absolute Freiheit. Im Bild oben sieht man, dass mir zwei Hochdruck-Kissen abgehauen sind. War so gewollt, einfach nur um mal zu erleben, wie sich das anfühlt, oder vielmehr, ab welchem Punkt so etwas geschieht.

Von der Abstützung her völlig problemlos, die Stützen haben das abgefangen.

Dann irgendwann von Hochdruck auf Niederdruck gewechselt. Die Dinger sind einfach unschlagbar. Die Stützen mussten auch mal verlängert werden. Was hier noch ganz interessant war: die Räder des Anhängers sind locker, können also durchdrehen. Es muss also die Mitte gefunden werden.

Wichtig: der Anschlagpunkt auf der Gegenseite. Im Kies kein Problem, aber auf Asphalt? Ich würde das Mitführen eines Schlagbohrhammers größeren Kalibers empfehlen um Löcher in die Straßendecke zu bohren.

Das richtig üble war eigentlich nicht das Aufstellen des Anhängers. Eine richtige Herausforderung war das Platzieren des PK unter dem Anhänger. Von dieser Aktion habe ich leider kein Foto, aber vom Gerät, das heute benutzt wurde.

Benutzt habe ich dafür Spanngurte, Hebekissen sowie Unterbauholz. Der PKW wurde zunächst um ca 5 Meter nach Hinten, dann 1 Meter nach vorne und rechts versetzt. Diese Aktion hat 4 Stunden gedauert, aber sie war GENIAL. Hat unfassbar viel Spass gemacht, und nun bin ich, was unsere Hebekissen angeht, ein gutes Stück schlauer :)

Zum Schluss: eine Big Lift Lage ist sogar mit einer Person durchführbar (!) und das ist eine richtig schöne Lage, auf den Montag freue ich mich sehr.

Endlich komme ich – nach der BrandSchutz – dazu, den Rollcontainer „Stabilisieren“ vorzustellen, den wir bei der Interschutz  auf dem Stand hatten. Diese Info war von einigen angefragt worden, die ich somit gerne nachkomme. Hoch auflösende Bilder gibt es hier bei Flickr.

Philosophie

Der Rollcontainer stellt ein Basismodul für schwere technische Rettung dar. Mit ihm wird Gerät mitgeführt, um:

  • Verkehrsunfälle mit schweren Fahrzeugen, auch Schiene
  • Gebäudeabstützung sowie
  • Tiefbauunfälle

In unterschiedlichen Graden, auf Fall jedoch sinnvoll, bewältigen zu können. Dieses Modul macht jedoch nur als Teil eines Gesamtsystems Sinn. Beispielsweise gehört noch ein Modul „Heben“ dazu, normalerweise sind das die verlasteten Hoch- und Niederdruck-Hebekissen, sowie viel Holz, sowohl als Bohlen oder verstärkten Platten, beispielsweise Siebdruckplatten.

Die Wahl des Modulsystems ist Geschmackssache; es gibt Anhänger von Wechselaufbauten, Rollcontainern, Gitterboxen und andere. vom Prinzip her ist alles möglich, solange modular aufgebaut wird – entweder innerhalb einer einzigen Wehr, oder in Zusammenarbeit mit anderen.

Rollcontainer haben den Vorteil, dass sie schnell verlastbar sind, schnell austauschbar, und einsetzbar. Nachteile sind vor Allem der Einsatz auf unbefestigtem oder unebenen Boden. An dieser Stelle soll jedoch nicht grundsätzlich über das System debattiert werden.

Der RC Stabilisieren gehört aus meiner Sicht zur permanenten Beladung eines GW-L im TH-Zug, beispielsweise zusammen mit Strom, Licht, Heben, evtl Hydraulik, Holz. Nicht ganz zeitkritische RC sind beispielsweise Schlauch-Container. Werden diese benötigt, hat man vermutlich die Zeit, um diese zu tauschen.

Technische Daten

Der Rollcontainer selbst kommt von Günzburger Steigtechnik und ist Feuerwehrtauglich. Wer’s genau wissen will:

„Die Rollcontainer der Günzburger Steigtechnik entsprechen der Richtlinie des Deutschen Feuerwehrverbandes für die Konstruktion und Verwendung von nicht kraftbetriebenen Rollcontainern im Feuerwehrbereich“

Die Grundfläche ist EURO-Palettenmass mit 800x1200mm, und das Gesamtgewicht je nach Beladung ca 250kg, davon entfallen 95kg auf den Wagen.

In der gezeigten Variante beträgt die Beladung 6 AcmeThread-Stützen in unterschiedlichen Längen (Abstützhöhe bis 310cm), passende Verlängerungen und viele unterschiedliche Köpfe bzw. Platten:

Auch dabei: Material für pneumatische Beaufschlagung bis zu 17 bar, das entspricht einem Druck von 650kg pro Stütze – Lebenswichtig bei Tiefbauunfällen.

Der Wagen bietet noch ausreichend Platz für eigenes Material bzw. Erweiterung. Beispielsweise kann noch ein Dreibein-Kopf aufgenommen werden (Traglast bis zu 2,4 Tonnen), oder ein 10-Tonnen Hydraulikkolben.

Mit den sechs Stützen können übrigens bis zu 57 Tonnen bei einem Faktor von 4:1 aufgenommen werden, das reicht auch, um eine Lok zu stabilisieren oder halbseitig anzuheben.

Ich freue mich sehr, dass inzwischen mit einigen Wehren und Schulen fortgeschrittene Gespräche geführt werden, so dass die ersten Einheiten bereits nächstes Jahr in Dienst gestellt werden können. Sicher kann dann auch aus der Praxis berichtet werden, denn diese bringt die Erfahrungswerte mit, die so wichtig sind.

Falls Interesse besteht, einfach Kontakt aufnehmen. Der Rollcontainer Stabilisieren wird in Deutschland über GFD vertrieben.

Inhalte

Kiste mit Köpfen bzw. Platten.

Obere Reihe v.l.n.r: Platte 6 (x2) für Tiefbau und Gebäude, Multikopf (x2) für VU, Konturkopf (x4) für Schwere Technische Rettung, Bohlenkopf (x2) für Gebäude.

Untere Reihe v.l.n.r: Platte 6 (x3), Platte 6 mit Gelenk (x3)

Kiste mit Platten.

Platte 12 mit Scharnier und D-Ring (x4), Platte 6 mit Scharnier und D-Ring (x2)

Kleine Kisten.

Shoring Hammer (x2) u.a. zum Festziehen der Muttern an den Stützen, Doppel-Steuerorgan 17bar, Druckminderer

Kiste.

Spanngurte, Luftschläuche (hier noch in einer Farbe, bei Auslieferung in mindestens 3 verschiedenen Farben), Festpunktketten

Grosse Ablagekiste

Grosse Ablagekiste mit gepolstertem Fach für Atemluftflasche und viel Platz für weiteres Zubehör, beispielsweise Seile / Leinen.

Und noch als letztes, kleines aber feines Detail: die Köcher für die Erdnägel sind abnehmbar :)

Neulich das Horrorszenario: der Lehrgangsteilnehmer lässt das Kissen, Nippel voraus, in den Schlamm fallen. Resultat: das Ding ist verstopft. Das war vor ca. 2 Monaten, und weil es sich um das grosse 55-Tonnen Kissen handelt, habe ich mich nicht weiter darum gekümmert, weil es nicht oft verwendet wird.

Da es sich empfiehlt, Kissen alle drei Monate auf 2 Bar aufzupumpen, weil es sie schön elastisch hält, war der Vorgang heute sowieso fällig. Ganz ehrlich: ich hatte schon längst vergessen, dass der Anschluss etwas verdreckt war. Das Aufpumpen – diesmal aus Spaß mit dem manuellen Kompressor / Luftpumpe – war „komisch“. Anders kann man das nicht beschreiben. Es wurden falsche Drücke angezeigt, so war das Kissen sehr schnell auf 2 Bar, was gar nicht stimmen konnte.

Ergo: weiter aufgeblasen, und dann die Schlauchleitung abgekuppelt. Komisch. Es kam keine Luft heraus. Dann fiel mir ein: der Dreck musste eine Art Kombination aus Ventil und Propfen geschaffen haben.

Was tun? Nippel abschrauben (ist bei Paratech und den einen oder anderen Hersteller möglich) und reinschauen. War in der Tat verstopft, also ganz vorsichtig mit Holzbleistift rein. Beim Durchstoßen hat es dann den Dreck so richtig rausgeblasen. Fazit: alles wieder einwandfrei.